Gravierende Änderungen bei der Umsatzsteuer 

 

Guten Tag, 

die gänzliche Neukonzeption des Orts der Dienstleistung (nicht: Lieferungen) zum 01.01.10 geht zurück auf eine Richtlinie der Europäischen Union (EU) Es wird jetzt unterschieden, an wen die Dienstleistung ausgeführt wird: Ist der Leistungsempfänger ein privater Konsument, also entweder kein Unternehmer oder ein Unternehmer, der die Leistung nicht für sein Unternehmen empfangen hat, verbleibt es – bis auf wenige Änderungen – bei den bisherigen Regelungen. Ist der Leistungsempfänger dagegen ein Unternehmer, der die Leistung für sein Unternehmen empfangen hat, greift ein komplett neues Regelungsgeflecht zur Bestimmung des Orts der Dienstleistung ein. Es wird also unterschieden zwischen dem so genannten B2B (Business to Business) und dem B2C (Business to Consumer). 

Die Grundregel für B2B-Umsätze lautet: Der Ort einer solchen Dienstleistung liegt dort, wo der Leistungsempfänger sein Unternehmen betreibt. Es gibt ein paar Ausnahmen (Personenbeförderung, sonstige Leistungen im Zusammenhang mit einem Grundstück, kurzfristige Vermietung eines Beförderungsmittels, Restaurationsleistungen und kulturelle sowie künstlerische Leistungen), die jedoch gegenüber dem alten Recht deutlich reduziert wurden. 

Für B2C-Umsätze lautet die Grundregel, dass der Ort der Dienstleistung – weiterhin – dort liegt, wo der leistende Unternehmer sein Unternehmen betreibt. Insoweit bleibt es allerdings bei einer Fülle von Ausnahmeregelungen, angefangen für sonstige Leistungen im Zusammenhang mir Gründstücken bis hin zu den Sonderregelungen, die bisher in der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung standen und nunmehr in § 3a Abs. 6 und 7 UStG zusammengefasst sind. 

Wir haben für Sie ein Prüfungsschema entwickelt, das Sie gerne per Email bei uns anfordern können (frank.hartmann@hartmann-huebner.de). 

Auch beim Vorsteuer-Vergütungsverfahren ergeben sich Erleichterungen. Sie wissen, dass die Berechtigung zum Vorsteuerabzug innerhalb der EU-Mitgliedstaaten grenzüberschreitend besteht. Bisher musste in Papierform bis 30.06. des Folgejahres in dem Staat (!), von dem Sie die dort gezahlte Umsatzsteuer erstattet haben wollten, ein Antrag gestellt werden. Zum Jahreswechsel wurde das bisherige Papierverfahren auf elektronisches Verfahren umgestellt. Sie haben nun auch Zeit bis 30.09. des Folgejahres. Die angenehmste Änderung ist jedoch, dass Ihr Antrag beim Bundeszentralamt für Steuern in Deutschland (!) zu stellen ist. 

Unabhängig vom Verfahren erledigen wir das weiterhin gerne für Sie. 


Eine gute Zeit wünscht Ihnen 

Ihr Hartmann + Hübner – Team 

 

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