Die neue Erbschaftsteuer oder: Ziehen Sie sich warm an 

 

Guten Tag, 

um es gleich vorweg zu nehmen: Wenn Sie nicht in direkter Linie von dem Erblasser abstammen, gehören Sie auf jeden Fall zu den Verlierern der Reform. Für Sie gelten dann nämlich die Steuerklassen II und III, die – nach Abzug eines Mini-Freibetrages (Ausnahme: Eingetragene Lebenspartner mit einem Freibetrag von € 500.000) – sofort mit einem Steuersatz von 30% (über
€ 6.000.000 sogar 50%) „zuschlagen“. 

Für die Personen der Steuerklasse I (Ehegatten, Kinder, Enkel, Eltern) gibt es deutlich erhöhte Freibeträge. Dies führt im Ergebnis jedoch nicht pauschal zu einer Verbesserung gegenüber dem altem Recht. Die neuen Bewertungsregeln ergeben durchweg ein deutlich höheres steuerpflichtiges Vermögen. Dies gilt insbesondere für den bisher günstig bewerteten Grundbesitz, so dass die höheren Freibeträge nicht nur verpuffen können, sondern die Steuerlast insgesamt höher wird als nach bisherigem Recht. Der einzige Lichtblick insoweit ergibt sich aus den Verschonungsregeln für das selbst genutzte Familienwohnheim, aber auch dies nur in Grenzen. 

Die neuen Vorschriften zum Betriebsvermögen sind ein Graus. Sie sind kompliziert, mit Ausnahmen versehen, von denen es wiederum Ausnahmen gibt, und darüber hinaus bleiben viele Fragen unbeantwortet. Dies wird die Gerichte auf Jahre beschäftigen. Unsere stille Hoffnung: Möge das Bundesverfassungsgericht – wieder einmal – auch das neue Erbschaftsteuerrecht schnellstmöglich für verfassungswidrig erklären. 

Ach ja: Unsere „Wette“, dass unser Bundespräsident Horst Köhler das neue Erbschaftsteuergesetz nicht unterzeichnet, haben wir leider verloren. 


Weniger Steuern ... 

... und eine gute Zeit! 

Ihr Hartmann + Hübner – Team 

 

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