Firmenwagen: BFH bremst den Fiskus aus 

 

Guten Tag, 

Sie wissen, dass es bei der Besteuerung der Privatnutzung von Firmenwagen zwei Wege gibt: Die Fahrtenbuch-Methode und die 1%-Regel. 

Die am häufigsten angewandte Methode ist die Pauschalierung nach der der 1%-Regel. Danach wird für Privatfahrten pauschal 1% des Bruttolistenpreises (BLP) pro Monat als zu versteuernder Betrag angesetzt. Darüber hinaus werden die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte – ebenfalls pauschal – mit 0,03% des BLP pro Entfernungskilometer versteuert. Und dies – Sie ahnen es schon: auch pauschal – für 15 Fahrten im Monat. 

Mit dieser Unsitte hat der BFH nun aufgeräumt: Erfolgen weniger als 15 Fahrten monatlich zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, egal aus welchen Gründen, so ist der Zuschlag von 0,03% Tag-genau (!) zu berechnen. 

Bereits im Jahr 2008 hatte der BFH in einem anderen Verfahren entsprechend entschieden. Dieses Urteil konterte die Finanzverwaltung jedoch mit einem sogenannten Nichanwendungserlass. Betroffene Steuerzahler mussten insoweit also selbst vor Gericht ziehen. Da der BFH nun wiederholt zu Gunsten der Steuerbürger entschieden hat, erwarten wir, dass die Finanzverwaltung diese neue Rechtsprechung auch anwendet. 

Pikant: Im Rahmen des Jahressteuergesetzes 2010 hatte der Bundesrat eine noch weiter gehende Vereinfachung vorgeschlagen: Der Zuschlag von 0,03% sollte vollständig entfallen. Der Gesetzgeber ist diesen Vorschlag jedoch nicht gefolgt. Dabei wäre dies ein leichter und effizienter Beitrag zur Steuervereinfachung gewesen. Chance vertan. 


Eine gute Zeit wünscht Ihnen 

Ihr Hartmann + Hübner – Team 

 

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