Tank- und Geschenk-Gutscheine: BFH sorgt für eine Sensation 

 

Guten Tag, 

mit gleich drei Entscheidungen hat unser höchstes Steuergericht, der Bundesfinanzhof (BFH), für eine Sensation gesorgt. Doch der Reihe nach. 

Barlohn unterliegt der Lohnsteuer und ist sozialversicherungspflichtig. Sachlohn, zum Beispiel Tank- und Geschenk-Gutscheine, die der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern gewährt, können Sachlohn sein. Dieser ist – in Grenzen – steuerfrei und unterliegt auch nicht der Sozialversicherung. 

Um jedoch dieses Ziel zu erreichen, hat die Finanzverwaltung zahlreiche formale Hürden aufgestellt. Diese Hürden zu nehmen, ist selbst Steuerprofis nicht immer gelungen. Im Rahmen nahezu jeder Lohnsteueraußenprüfung wurde über das Thema ,,Sachlohn‘‘ gestritten. So war es zum Beispiel nicht zulässig, neben allen erforderlichen Angaben auch noch den Wert in Euro auf den Gutschein zu schreiben. Spätestens an dieser Stelle hatte sich der gesunde Menschenverstand verabschiedet. 

Doch damit ist jetzt Schluss: Der BFH hat allen drei Klagen stattgegeben. Seine Begründung: Es kommt einzig und allein darauf an, welche Leistung der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber auf der Grundlage der arbeitsvertraglichen Vereinbarungen beanspruchen kann. Die Art und Weise, in der der Arbeitgeber diesen Anspruch erfüllt, spielt keine Rolle. 

Im Klartext: Kann der Arbeitnehmer lediglich die Sache selbst beanspruchen, und nicht das Geld, dann ist es unerheblich, wie die Gutscheine ausgestaltet sind und wie sie umgesetzt werden. Sachbezüge liegen deshalb auch dann vor, wenn der Arbeitgeber eine Zahlung an den Arbeitnehmer vornimmt und diese Zahlung mit der Auflage verbindet, den empfangenen Geldbetrag nur in einer bestimmten Weise zu verwenden, nämlich zum Tanken bzw. zum Kauf des Geschenks. 

Dass der steuerfreie Sachlohn auf monatlich € 44 pro Mitarbeiter begrenzt ist, schmälert den Reiz dieser sowohl Steuer als auch Sozialversicherung sparenden Gestaltung in keiner Weise. 


Eine gute Zeit wünscht Ihnen 

Ihr Hartmann + Hübner – Team

 

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