Prüfen Sie Ihre Eingangsrechnungen! 

 

Guten Tag, 

kaum eine Besprechung Ihres Jahresabschlusses, bei der wir das Thema "ordnungsgemäße Rechnung" nicht ansprechen. Auch unseren Qualitätsfahrplan "QFP ordnungsgemäße Belege sparen Steuern" werden Sie inzwischen nahezu auswendig kennen. Damit sind Ihnen auch die zehn Pflichtangaben bewusst, die eine ordnungsgemäße Rechnung nach § 15 + § 14 Abs. 4 UStG enthalten muss. Warum also noch eine Hartmann + Hübner – Info? 

Eine der Pflichtangaben einer ordnungsgemäßen Rechnung ist die "Menge und handelsübliche Bezeichnung der gelieferten Gegenstände bzw. Art und Umfang der Leistung". So lautet die Nummer 3 auf Seite 3 unseres bereits erwähnten QFP. Diese eindeutige Formulierung ist offensichtlich nicht ganz so eindeutig. Ein Unternehmer schrieb eine Rechnung "für technische Beratung und Kontrolle im Jahr 1996". Der andere Unternehmer, der diese Rechnung erhalten und bezahlt hat, wollte die darin enthaltene Umsatzsteuer als Vorsteuer vom Finanzamt erstattet haben. Das Finanzamt weigerte sich mit dem Hinweis, die Rechnung sei nicht ordnungsgemäß mangels ausreichender Leistungsbeschreibung. 

Bedauerlicherweise sieht unser höchstes Steuergericht, der Bundesfinanzhof (BFH) die Sache genauso: Die Leistungsbeschreibung reiche nicht aus, die abgerechneten Leistungen zu identifizieren. Auch eine Konkretisierung in zeitlicher Hinsicht ist nicht möglich. Damit wurde dem klagenden Unternehmer der Vorsteuerabzug verwehrt. 

Dieses BFH-Urteil legt die Messlatte für den Vorsteuerabzug erneut höher. Ob der BFH anders entschieden hätte, wenn ihm – neben der Rechnung – weitere Geschäftsunterlagen über die erbrachten Leistungen vorgelegen hätten, ist ungewiss. Auch unsere Meinung, dass diese strengen Anforderungen nicht durch die entsprechende EWG-Richtlinie gedeckt sind, hilft Ihnen nicht weiter. Achten Sie deshalb bitte peinlichst genau auf die richtige Leistungsbeschreibung bei Ihren Eingangsrechnungen. 

Ihr Anspruch auf eine korrekte Rechnung berechtigt Sie jedoch nicht, die Bezahlung hinauszuschieben. Allenfalls dürfen Sie über den vorläufigen Einbehalt der in Rechnung gestellten Umsatzsteuer nachdenken. Sollten Sie im Einzelfall unsicher sein, ob eine Rechnung zum Vorsteuerabzug berechtigt, prüfen wir das gerne für Sie. 


Eine gute Zeit wünscht Ihnen 

Ihr Hartmann + Hübner – Team 

 

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