Seltsame Steuern in Deutschland 

 

Guten Tag, 

im Vergleich der Bundesländer schießt Nordrheinwestfalen (NRW) den Vogel ab. Da gibt es in Essen die Bräunungssteuer, deren Einführung Ende September 2010 beschlossen wurde: Besitzer von Solarien zahlen monatlich € 20 pro Sonnenbank und Monat. Geschätzte Einnahmen pro Jahr = € 150.000. 

In Oberhausen gibt es seit Januar 2009 die Vergnügungssteuer. Diese ist von Prostituierten bzw. Besitzern von Bordellen und Clubs zu zahlen und beträgt pro Arbeitstag und Dame € 6 (begrenzt auf 25 Arbeitstage). Diese Regelung gilt auch in Köln. Hier heißt sie richtigerweise Sexsteuer

In ganz NRW sollen die Kreise und kreisfreien Städte ermächtigt werden, eine Jagdsteuer zu erheben und den jeweiligen Steuersatz sogar selbst festzulegen. Warum allein Dortmund mit einer Pferdesteuer aufwartet, bleibt genauso fantasiebehaftet wie die Überlegungen in Bergisch Gladbach, Sondernutzungsgebühren für Werbeanlagen und Leuchtreklame vor Geschäften zu verlangen, sofern diese Werbung mehr als 30 cm in den öffentlichen Verkehrsraum hineinragt. 

Die Weimarer Bettensteuer könnte sich zum Thüringer Exportschlager für leere Staatskassen entwickeln. Selbstverständlich zusätzlich zum Fremdenverkehrsbeitrag, wie er in Bayern und Niedersachsen erhoben wird. Bayern wäre jedoch nicht Bayern, wenn es sich nicht auch insoweit abheben würde: Für an Hausfassaden angebrachte Automaten für Zigaretten, Kaugummi und Handykarten gibt es – zumindest in Fürth – die Luftsteuer

In Brandenburg werden Betreiber von Windkraftanlagen mit der Windradsteuer belastet. Ebenfalls rund geht es in Hamburg mit der Blaulichtsteuer: Unfallverursacher, die bei einem Unfall ohne Personenschaden die Polizei rufen, sollen künftig € 40 zahlen müssen. Geschätzte Einnahmen pro Jahr = € 1,6 Mio. 

"Es soll ja schon Länder geben, die eine Tourismussteuer planen, damit sich die deutschen Urlauber bei Ihnen wie zu Hause fühlen" (Anonymus). 

Wenn Sie hier und da schmunzeln, so haben Sie uns auch dabei an Ihrer Seite. Not macht erfinderisch, sagen die Gemeinden. Wir meinen: welch ein Dorado für Steuervereinfachungen! 


Eine gute Zeit wünscht Ihnen
 

Ihr Hartmann + Hübner – Team

 

zurück zur Übersicht