Gefahr für die minderjährige Erbin 

 

Guten Tag, 

ein Fall aus der Praxis: Die Eltern sind seit geraumer Zeit geschieden und die minderjährige Tochter lebt bei ihrer Mutter. Der Vater stirbt unerwartet früh. In seinem Testament hat er den Großteil seines Vermögens seiner Tochter vermacht. Seine ehemalige Ehefrau erhält laut Testament nichts. So weit, so nicht gut. 

Da die Tochter minderjährig ist, tritt nun die Mutter als ihre gesetzliche Vertreterin auf den Plan. Nach §§ 1631 ff. BGB unterliegt die Mutter insoweit einigen Beschränkungen. So muss sie z.B. dem Familiengericht ein Vermögensverzeichnis vorlegen, wenn das von der Tochter geerbte Vermögen den Betrag von € 15.000 übersteigt. Darüber hinaus macht die Mutter sich schadensersatzpflichtig, sollte sie das Vermögen ihrer Tochter nicht pflichtgemäß verwalten. Trotz dieser klaren gesetzlichen Regelungen passiert es immer wieder, dass das Erbe der Tochter verprasst wird und die Tochter mit leeren Händen da steht. 

Vermeiden Sie dieses Schreckens-Scenario von vorn herein und benennen Sie in Ihrem Testament einen Testamentsvollstrecker. Damit ist das Erbe jedwedem Zugriff entzogen und kommt dem erbenden Kind auch tatsächlich zu. Ob das am 18. oder an einem anderen Geburtstag sein soll, legen Sie ebenfalls im Testament fest. 

Dieses Zwischenschalten eines Testamentsvollstreckers funktioniert übrigens auch in dem Fall, dass ein Erbe überschuldet sein sollte. Die Testamentsvollstreckung verhindert zuverlässig den Zugriff der Gläubiger. 


Eine gute Zeit wünscht Ihnen 

Ihr Hartmann + Hübner – Team

 

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