Kurzarbeit und ihre steuerlichen Folgen 

 

Guten Tag, 

die Zahl der Bezieher von Kurzarbeitergeld ist rückläufig: Waren es Mitte letzten Jahres noch 1,5 Mio., so haben im ersten Quartal dieses Jahres nur noch rund 850.000 Personen Kurzarbeitergeld erhalten. Dass dieses Kurzarbeitergeld steuerfrei ist, ist im Einkommensteuergesetz (EStG) geregelt und zwar in § 3 Nr. 2. Wer glaubt, dass das Thema ’’Steuern auf Kurzarbeitergeld’’ damit erledigt ist, erlebt möglicherweise ein böses Erwachen. 

Ebenfalls im EStG, nämlich in § 32b, findet sich die Regelung zum so genannten Progressionsvorbehalt. Hinter diesem schrecklichsten Wort im ganzen EStG verbirgt sich folgende Regelung: In einem ersten Schritt wird der durchschnittliche Steuersatz ermittelt, der sich ergeben würde, wenn das Kurzarbeitergeld steuerpflichtig wäre. Im zweiten Schritt wird dann dieser – erhöhte – Steuersatz auf das tatsächlich steuerpflichtige Einkommen angewandt. Dies führt aufgrund der Steuerprogression stets zu einer Nachversteuerung. 

Weitere Lohnersatzleistungen, bei denen der Fiskus trotz eigentlicher Steuerfreiheit die Hand aufhält, sind: Arbeitslosengeld, Winterausfallgeld, Insolvenzgeld, Übergangsgeld, Altersübergangsgeld, Unterhaltsgeld, Eingliederungshilfen, Krankengeld, Mutterschaftsgeld, Verletztengeld, Elterngeld, ... 

Ob die Nachversteuerung dieser Lohnersatzleistungen wohl den Haushalt von Herrn Schäuble rettet? 


Eine gute Zeit wünscht Ihnen
 

Ihr Hartmann + Hübner – Team 

 

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