Das neue Testamentsregister 

 

Guten Tag, 

neben dem Vorsorgeregister (siehe H+H-Info vom 15.01.2010) gibt es nun also auch das Testamentsregister. Auch dies wird von der Bundesnotarkammer geführt, und zwar seit 01.01.2012. Das Testamentsregister wurde geschaffen für Testamente, Erbverträge und sonstige Erbfolge-relevante Urkunden. Alle diese Dokumente, die sich in amtlicher Verwahrung befinden, werden hier registriert. 

In die sogenannte amtliche Verwahrung kommen sowohl Urkunden, die von einem Notar errichtet werden, als auch Ihr privatschriftliches Testament, das Sie bei Gericht hinterlegen. In der Folge besteht damit die staatliche Verantwortung, diese Urkunden im Sterbefall auch zu eröffnen. 

Die Registrierung im Zentralen Testamentsregister erfolgt zum einen im öffentlichen Interesse einer geordneten Nachlassabwicklung. Auf der anderen Seite dient dies dem privaten Interesse an einer schnellen Umsetzung des letzten Willens des Erblassers. Nach offizieller Lesart verfolgt der Gesetzgeber zwei Ziele: 

In erster Linie soll das Auffinden von amtlich verwahrten Erbfolge-relevanten Urkunden gesichert werden, damit das Nachlassgericht im Sterbefall schnell und vor allem richtig entscheiden kann. Deshalb benachrichtigt das Zentrale Testamentsregister die Verwahrstellen von Erbfolge-relevanten Urkunden im Sterbefall. Daraufhin werden diese Urkunden eröffnet und an das Nachlassgericht abgeliefert. 

Darüber hinaus sollen mit dem Zentralen Testamentsregister weitere Informationen zur Verfügung gestellt werden, die zur Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben des Nachlassgerichts erforderlich sind. Dies können beispielsweise Angaben zu Kindern oder Auskunftsgebern sein. Dadurch werden zeit- und arbeitsaufwendige Sonderanfragen beim Standesamt vermieden. 

Das Testamentsregister wird in jedem (!) Sterbefall von Amts wegen auf vorhandene Testamente und andere Erbfolge-relevante Urkunden geprüft. Die Bundesnotarkammer informiert daraufhin das zuständige Nachlassgericht, ob und welche Verfügungen von Todes wegen zu beachten sind. Dadurch wird der letzte Wille des Erblassers gesichert und Nachlassverfahren können schneller und effizienter durchgeführt werden. Im Ergebnis also – genauso wie das Vorsorgeregister – eine hilfreiche Einrichtung. 


Eine gute Zeit wünscht Ihnen 

Ihr Hartmann + Hübner – Team 

 

zurück zur Übersicht