Zweierlei Maß bei der Umsatzsteuer 

 

Guten Tag,

Ihre monatliche/vierteljährliche Umsatzsteuer-Vorauszahlung ist am 10. des Folgemonats fällig. Über die Dauerfristverlängerung in Verbindung mit einer Sonder-Vorauszahlung können Sie diesen Termin auf den 10. des übernächsten Monats verschieben. Weitere Ausnahmen gibt es nicht. Das bedeutet, dass das Finanzamt Sie bei verspäteter Zahlung mit Säumniszuschlägen belastet, und zwar mit 1% pro angefangenem Monat der Säumnis.

Wie sieht es jedoch aus, wenn Sie einen Vorsteuer-Überschuss gemeldet haben und nun eine Erstattung erwarten? Die bisherige Bandbreite reicht von sofortiger Erstattung über die Anforderung von Einzelbelegen bis zur Umsatzsteuer-Sonderprüfung. Von Ausnahmefällen einmal abgesehen, können wir mit diesem Spektrum nach wie vor leben. Doch jetzt droht Ungemach:

Unser Umsatzsteuer-System lädt förmlich ein zum Umsatzsteuerbetrug. So sind dem Fiskus letztes Jahr dadurch € 11,3 Mrd. „durch die Lappen“ gegangen. Damit Sie diese Zahl einordnen können: An Erbschaftsteuer vereinnahmt der Staat jährlich ca. € 4 Mrd.

Um diese immensen Umsatzsteuer-Ausfälle zukünftig deutlich zu reduzieren, plant das Bundesfinanzministerium, Umsatzsteuer-Guthaben für mindestens (!) 50 Tage zurückzuhalten. Welch eine Keule! So warnt auch bereits der Handwerksverband ZDH vor „nicht akzeptablen“ Folgen für den Mittelstand.

Aus diesem Liquiditätsnachteil kann schnell ein Liquiditätsengpass und damit das „Aus“ für das Unternehmen werden. Dass die Eigenkapitaldecke der mittelständischen Unternehmen recht dünn gestrickt ist, ist dem Gesetzgeber zwar bewusst, interessiert ihn insoweit jedoch nicht. Und dass diese Maßnahme den Stempel „investitionsfeindlich“ erhalten wird, wird ihn wohl auch nicht jucken. Auch uns Unternehmer wird es vermutlich nicht aufregen, haben wir uns doch längst daran gewöhnt, dass der Gesetzgeber mit zweierlei Maß misst. 


Weniger Steuern ...

... und eine gute Zeit!

Ihr Hartmann + Hübner – Team

 

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