Studiengebühren: BFH erfreut Studenten 

 

Guten Tag, 

bisher waren Kosten der Berufs-Ausbildung bis zu € 4.000 als sogenannte Sonderausgaben steuerlich abzugsfähig. Da die meisten Studenten und Auszubildenden jedoch keine Einkommensteuer zahlen, verpuffte dieser Steuervorteil vollständig. Mit unserer H + H - Info vom 01.11.09 (Studiengebühren: Geschickte Finanzierung spart Steuern) hatten wir einen Lösungsweg aufgezeigt. 

Inzwischen hat der Bundefinanzhof (BFH) entschieden, dass sowohl die Kosten eines Erststudiums als auch die Kosten einer Erstausbildung direkt nach der Schule als sogenannte Werbungskosten oder Betriebsausgaben vollständig steuerlich abzugsfähig sind. Voraussetzung: Es muss ein hinreichend konkreter Veranlassungszusammenhang zwischen der Ausbildung und der späteren Berufstätigkeit gegeben sein. Selten ist im Steuerrecht eine Voraussetzung leichter zu erfüllen. 

Was ist konkret zu tun? 

Jeder Student/Auszubildende, der für seine Jahre der Ausbildung keine Einkommensteuererklärung abgegeben hat, sollte dies nun nachholen. Dabei sind alle im Rahmen der Ausbildung angefallenen Kosten darzulegen. Das sind unter anderem Immatrikulationsgebühren, Studienkosten, Fahrtkosten, Aufwendungen für Lernmittel, PC, Taschenrechner, Bürobedarf, … 

Hat es in dem jeweiligen Jahr keine gegenzurechnenden Einnahmen gegeben (sogenannte Aushilfslöhne bleiben außen vor), wird das Finanzamt über die Höhe der gesamten jährlichen Ausbildungskosten einen Verlustfeststellungsbescheid erlassen. Die Summe dieser Verluste kommt dann im Jahr des Berufseinstiegs zur steuerlichen Verrechnung und spart somit in erheblichem Maße Einkommensteuer. 

Für wie viele Jahre rückwirkend können derartige Verluste noch festgestellt werden? Im günstigsten Fall geht es zurück bis inklusive 2004. Da mit jedem Jahreswechsel definitiv ein weiteres Jahr verjährt und folglich wegfällt, kontaktieren Sie uns bitte jetzt, damit wir bis zum Jahreswechsel alles auf den Weg bringen. Übrigens: Der Finanzminister überlegt bereits öffentlich, wie er dieses ,,Schlupfloch‘‘ per Gesetz schließen kann. 


Eine gute Zeit wünscht Ihnen
 

Ihr Hartmann + Hübner – Team 

 

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