Künstlersozialkasse: Erste Erfahrungen 

 

Guten Tag, 

mit unserer H + H – Info vom 01.10.2007 haben wir Sie informiert, dass das Betriebsprüfungs-Recht der Künstlersozialkasse (KSK) auf die Deutsche Rentenversicherung (DRV) übergegangen ist. Dies bedeutet in der Folge eine lückenlose Überprüfung Ihres Unternehmens auf beitragspflichtige Sachverhalte. Die entsprechenden Details finden Sie auf unserer Website im Archiv "Wir schreiben/H + H – Info vom 01.10.2007". 

Der Volksmund weiß, dass nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird. Manchmal irrt jedoch der Volksmund, so auch hier: Ob Design, Redaktion oder Werbefotografie, oft identifizieren die Betriebsprüfer weit mehr abgabepflichtige Leistungen als vom Unternehmer erwartet. Schnell stehen hohe Nachforderungen und Bußgelder bis zu € 50.000 im Raum. Um dies von vornherein zu vermeiden, halten Sie bitte die folgenden Stolperfallen im Blick und steuern Sie konsequent gegen: 

Die Grenzen zwischen Fachbereichen sind zunehmend fließend. So greifen bei Webdesign die Gestaltung und Programmierung eng ineinander und werden bisweilen vom gleichen Dienstleister erbracht. Schon ein geringer künstlerischer Anteil führt dazu, dass der gesamte Auftrag als künstlerisch bewertet wird und somit abgabepflichtig ist. Legen Sie als Auftraggeber also Wert auf eine detaillierte Leistungsbeschreibung und getrennte Berechnung. Der Preis für künstlerische (z. B. Textgestaltung) und andere Leistungen (z. B. Druck) ist zwingend getrennt auszuweisen. Im nachhinein sind Pauschalen und Gesamtpreise gegenüber der Künstlersozialkasse nicht aufteilbar. 

Die gleiche Dienstleistung kann abgabepflichtig sein oder nicht. Wie das? Maßgeblich ist der Status des Auftragnehmers. Aufträge an Dienstleister mit der Rechtsform einer GmbH, KG, GmbH & Co. KG oder AG unterliegen nicht der Künstlersozialabgabe. Dies hat das Bundessozialgericht (BSG) entschieden. 

Falls Sie Ihre Aufträge an natürliche Personen oder Personengruppen vergeben, fällt die Künstlersozialabgabe nur dann nicht an, wenn deren Leistungen ,,nicht regelmäßig’’ erfolgen. Zur Zeit gehen die Betriebsprüfer davon aus, dass bereits bei einmal jährlich wiederkehrenden Aufträgen eine Regelmäßigkeit gegeben ist. Eine höchstrichterliche Entscheidung existiert insoweit noch nicht. 

Viele Sachverhalte erfordern eine Einzelfall-Prüfung. Gleichwohl kann nicht immer zweifelsfrei abgegrenzt werden, ob eine künstlerisch-publizistische Tätigkeit vorliegt oder nicht. Oder hätten Sie gewusst, dass neben Werbekatalogen und Internetseiten auch die Erstellung von Bedienungsanleitungen eine Leistung darstellt, die Beiträge an die Künstlersozialkasse nach sich ziehen kann? 


Eine gute Zeit wünscht Ihnen 

Ihr Hartmann + Hübner – Team

 

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