Direktversicherung bei Mini-Jobs 

 

Guten Tag, 

Mini-Jobs verstehen wir als geringfügig entlohnte (oder kurzfristige) Beschäftigungen, und zwar bis € 400 pro Monat. Zum 01.07.12 soll diese Grenze auf € 450 ausgedehnt werden. Die Mini-Jobs sind sowohl bei Arbeitgebern als auch bei Arbeitnehmern beliebt, da sie auf der einen Seite wenig Arbeit verursachen und auf der anderen Seite alle Abgaben pauschal vom Arbeitgeber übernommen werden. 

Bei der Prüfung der € 400-Grenze bleibt steuerfreier Arbeitslohn außer Betracht, wenn die Steuerfreiheit gleichzeitig auch Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung auslöst. Folglich bleiben auch Beiträge zu Direktversicherungen außen vor, denn diese sind steuer- und beitragsfrei (§ 3 Nr. 63 Absatz 1 und 2 EStG). Funktionierendes Beispiel: 

Eine Arbeitnehmerin erhält für eine Teilzeitbeschäftigung € 400 monatlich. Zusätzlich hat ihr Arbeitgeber für sie eine Direktversicherung mit einem Monatsbeitrag von € 100 abgeschlossen. 

In der Praxis findet sich häufig die Situation, dass der selbständige Ehegatte seine/n Partner/in geringfügig, also für € 400 monatlich beschäftigt. Bei diesen Ehegatten-Arbeitsverhältnissen gelten für den zusätzlichen Abschluss einer Direktversicherung einige Besonderheiten: 

Die Ernsthaftigkeit der Versorgungsleistungen des Arbeitgeber-Ehegatten braucht bei Aufwendungen zu einer Direktversicherung nicht geprüft zu werden, da hier – anders als bei einer Pensionszusage – ein Versicherungsunternehmen eingeschaltet wird und die Leistungen des Arbeitgeber-Ehegatten sofort erfolgen. 

Geprüft wird hier jedoch die betriebliche Veranlassung, wenn der Arbeitgeber-Ehegatte die Beiträge zur Direktversicherung zusätzlich zum geschuldeten Arbeitslohn erbringt. Diese betriebliche Veranlassung ist gegeben, wenn für familienfremde Arbeitnehmer, die eine gleiche oder ähnliche oder geringerwertige Tätigkeit als der Ehegatte ausüben (und die auch hinsichtlich der Betriebszugehörigkeit dem Ehegatten vergleichbar sind), ebenfalls eine Direktversicherung abgeschlossen wurde oder ihnen zumindest ernsthaft angeboten worden ist. Dieser Vergleich mit familienfremden Arbeitnehmer wird als interner Betriebsvergleich bezeichnet. 

Ist dieser interne Betriebsvergleich nicht möglich, weil vergleichbare familienfremde Arbeitnehmer nicht beschäftig werden, wird die Direktversicherung steuerlich nur anerkannt, wenn der gezahlte Arbeitslohn (= laufender Arbeitslohn zuzüglich Beiträge zur Direktversicherung) insgesamt noch angemessen ist. Und: Es darf darüber hinaus durch den Abschluss der Direktversicherung keine Überversorgung des mitarbeitenden Ehegatten eintreten. 

Eine Überversorgung des mitarbeitenden Ehegatten liegt vor, wenn seine Altersversorgung (= seine zu erwartende Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung zuzüglich der Leistungen aus der Direktversicherung) 75% der letzten Aktiv-Bezüge übersteigt. Die Durchführung dieser Prüfung beim Abschluss der Direktversicherung gestaltet sich schwierig. Sprechen Sie uns dazu also gerne an. 

Aufgrund der steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Begünstigungen halten wir den Abschluss einer Direktversicherung nach wie vor grundsätzlich für empfehlenswert. 


Eine gute Zeit wünscht Ihnen 

Ihr Hartmann + Hübner – Team 

 

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