Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) 

 

Guten Tag, 

mit dem Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts (BilMoG) hat die größte Bilanzrechtsreform der letzten 25 Jahre stattgefunden. Sie wurde am 26.03.09 vom Deutschen Bundestag verabschiedet. Der Bundesrat hat seine Zustimmung am 03.04.09 gegeben. 

Von Ausnahmen abgesehen, gelten die neuen Regel erstmalig für alle Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.01.2010 beginnen. Wahlweise können Sie bereits für den Jahresabschluss 2009 angewendet werden, dann aber im vollen Umfang. Eine weitere Rückwirkung gilt bezüglich der Anhebung der Größenklassen (s.u.) für Kapitalgesellschaften. Die damit ggf. verbundenen Erleichterungen gelten rückwirkend bereits für die Jahresabschlüsse 2008. 

Diese Rückwirkung gilt auch für die Jahresabschlüsse 2008 für kleinere Einzelkaufleute (s. u.), die damit von der handelsrechtlichen Buchführungs- und Abschlusserstellungspflicht befreit werden. 

Nachstehend einige wesentliche Änderungen

  • Einzelkaufleute, die bestimmte Schwellenwerte (€ 500.000 Umsatz und € 50.000 Gewinn pro Geschäftsjahr) nicht überschreiten, werden von den Verpflichtungen zur Buchführung, Inventur und Bilanzierung nach den handelsrechtlichen Vorschriften befreit.
  • Die Größenklassen, die darüber entscheiden, welche Prüfungs- und Informationspflichten ein Unternehmen hat, wurden um ca. 20% (§ 267 HGB) angehoben. Die in Klammern angegebenen Werte stellen die alten Größenklassen dar.
  • Die Rechtsfolgen nach den Größenklassen treten nur dann ein, wenn Sie an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen über- bzw. unterschritten werden. Insbesondere, wenn Sie im Grenzbereich dieser Werte agieren, können Sie durch geschickte Gestaltungen höhere Abschlusskosten vermeiden.
  • Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens können zukünftig aktiviert werden.
  • Bei der Bewertung von Rückstellungen sind zukünftig Preis- und Kostensteigerungen zu berücksichtigen. Es muss hierbei eine Abzinsung mit einem angemessenen Marktzins erfolgen. Dies wird sich insbesondere bei Pensionsrückstellungen zukünftig auswirken.
  • Wegfall der umgekehrten Maßgeblichkeit
    Was bedeutet das für Sie? In der Vergangenheit wurde – um Kosten zu vermeiden – in der Regel eine Einheitsbilanz aufgestellt, die sowohl den handelsrechtlichen als auch den steuerrechtlichen Vorschriften genügte. Durch den Wegfall des umgekehrten Maßgeblichkeitsprinzips können steuerrechtliche Wahlrechte, z.B. Bildung von Sonderposten mit Rücklageanteil, zukünftig nicht mehr in der Handelsbilanz abgebildet werden.
    Insoweit erhalten die Erleichterungsvorschriften bezüglich der Größenordnung und der Buchführungspflicht den fahlen Beigeschmack, dass einige Unternehmen zukünftig zwei statt eine Bilanz zu erstellen haben.


Weniger Steuern ... 

... und eine gute Zeit! 

Ihr Hartmann + Hübner – Team 

 

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