Erbschaftsteuerreform – Wahlrechte für Firmenerben 

 

Guten Tag, 

bereits in unseren H + H – Info vom 01.02. und 15.03.09 hatten wir Ihnen einige Neuregelungen des Erbschaftsteuergesetzes dargestellt. Welche Besonderheiten bei der Übertragung von (Familien-)Unternehmen zu beachten sind, werden wir hier kurz beleuchten. 

Nachdem die Hürden zur Ermittlung des Verkehrswertes des Unternehmens genommen wurden, haben die Firmenerben zwei Wahlmöglichkeiten, wenn sie mehr als 25% am Betriebsvermögen oder an einer Kapitalgesellschaft erben werden. 

Alternative 1: 7-Jahres-Frist 

Der Erbe muss nur 15% des Betriebsvermögens versteuern, d.h. 85% bleiben ’’zunächst’’ steuerlich verschont. Hierzu müssen folgende Voraussetzungen erfüllt werden.

  • Der Betrieb muss 7 Jahre lang fortgeführt werden.
  • Am Ende der 7 Jahre muss die Lohnsumme, also die Gesamtheit der von dem Unternehmen in 7 Jahren aufgebrachten Lohnkosten, mind. 650% der durchschnittlichen Lohnsumme vor dem Erbfall betragen. Von dieser Klausel sind lediglich Betriebe mit bis zu 10 Beschäftigten ausgenommen.
  • Das Verwaltungsvermögen, dass z.B. aus vermieteten Grundstücken und vermieteten Gebäuden, Wertpapieren oder Kunstobjekten bestehen kann, darf einen Anteil von 50% am Betriebsvermögen nicht übersteigen

Alternative 2: 10-Jahres-Frist 

Wer sich für diese Alternative entscheidet, muss keine Erbschaftsteuer zahlen. Allerdings müssen hierfür folgende Voraussetzungen erfüllt werden.

  • Der Betrieb wird für mindestens 10 Jahre fortgeführt.
  • Nach 10 Jahren beträgt die Lohnsumme 1.000% des durchschnittlichen Wertes vor der Erbschaft. Auch hier sind wiederum Betriebe mit bis zu10 Beschäftigten von dieser Klausel ausgenommen.
  • Das Verwaltungsvermögen darf höchstens 10% vom Betriebsvermögen ausmachen.

Sanktionen 

Sollte der Betrieb vor Ablauf der 7 bzw. 10-Jahres-Frist veräußert werden, kommt es zu einem zeitanteiligen rückwirkenden Wegfall der Steuerbefreiung. 

Sollte also bei der 10-jährigen Fortführungsdauer der Betrieb nach 9 Jahren schließen, müssten 10% des Verkehrswertes des Betriebsvermögens der Besteuerung unterzogen werden. 

Bei der 7-jährigen Haltefrist und der Schließung nach 6 Jahren müsste 1/7 des zunächst verschonten Betriebsvermögens (85%), als weitere 12,14% des Verkehrswertes des Betriebes der Erbschaftsteuer unterzogen werden. 

Entsprechende Regelungen gelten nach Ablauf der Haltedauer bei Unterschreiten der vorgegebenen Lohnsummen. 

Welche Berechnungsverfahren bei Unterschreitung der Haltedauer und der Lohnsumme anzuwenden ist, darüber streiten sich die Experten. Doch nicht nur in diesem Punkt herrscht Unklarheit! 

Auf jeden Fall sollten Sie rechtzeitig ein Konzept für die Übertragung Ihres Unternehmens erarbeiten (lassen), um so z.B. steuerschädliches Verwaltungsvermögen noch rechtzeitig auszulagern. 

Doch die steuerrechtlichen Aspekte stellen nur einen wichtigen Aspekt dar. Bitte sprechen Sie uns bei Bedarf an, damit Ihre persönliche Versorgung, die Existenz der Nachfolgegeneration, die betriebswirtschaftlichen Aspekte des Unternehmens, die gesellschafts-, erbrechtlichen und erbschaftsteuerlichen Aspekte optimiert werden können. 


Weniger Steuern ... 

... und eine gute Zeit! 

Ihr Hartmann + Hübner – Team

 

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