Reisekosten bei sowohl privater als auch beruflicher/betrieblicher Veranlassung 

 

Guten Tag, 

gemäß § 12 Nr. 1 Satz 2 EStG sind Aufwendungen, die die private Lebensführung als auch den beruflichen/betrieblichen Bereich betreffen als nicht abzugsfähige Aufwendungen zu behandeln. 

Dies hatte der große Senat des BFH in seiner Rechtsprechung aus dem Jahr 1971 (Bundessteuerblatt II 1971, 17) so ausgelegt, dass bei "gemischt" veranlassten Aufwendungen, so z. B. bei Reisen, ein generelles Aufteilungsverbot galt (Alles-Oder-Nichts-Prinzip). 

Durch den Beschluss vom 21.09.2009 hat der große Senat seine bisherige Rechtsprechung aufgegeben. 

Grundsätzlich können Sie "gemischt" veranlasste Aufwendungen, insbesondere bei Reisen, zeitanteilig aufteilen. Hiervon gibt es zwei Ausnahmen. 

Sollte einer der beiden Teile von weit untergeordneter Bedeutung sein, sind die Aufwendungen insgesamt nicht abzugsfähig oder aber voll abzugsfähig. 

In Einzelfällen kann ein anderer Aufteilungsmaßstab als der Zeitanteil angesetzt werden. 

Um gegenüber Einwänden der Finanzverwaltung gewappnet zu sein, sollten Sie daher genaue Aufzeichnungen über die beruflich/betrieblich veranlassten Termine führen. Unstreitig abzugsfähig sind Kosten, die diesem Bereich ausschließlich zugeordnet werden können (z. B. Seminargebühren). Demgegenüber sind ,,gemischt’’ veranlasste Aufwendungen, z. B. für die Hin- und Rückreise, grundsätzlich zeitanteilig zu berechnen. 


Eine gute Zeit wünscht Ihnen 

Ihr Hartmann + Hübner – Team 

 

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