Erhaltungsaufwendungen bei Mietobjekten 

 

Guten Tag, 

der Gesetzgeber hatte 2003 § 6 EStG um die Nr. 1a im ersten Absatz ergänzt. Demnach müssen Sie bei Erwerb eines Objektes auf folgende Grenzen achten, um Erhaltungsaufwendungen unmittelbar als Werbungskosten/Betriebsausgaben absetzen zu können:

  • Innerhalb von 3 Jahren
  • nicht mehr als 15% der Anschaffungskosten des Gebäude (Nettobetrag aus Handwerkerrechnungen) investieren.

Als Bonbon hat der Gesetzgeber noch hinzugefügt, dass die jährlich üblicherweise anfallenden Erhaltungsarbeiten darüber hinaus sofort absetzbar sind, ohne die 15%-Grenze zu berühren. 

Bitte achten Sie darauf, dass der Drei-Jahres-Zeitraum erst mit Übergang des wirtschaftlichen Eigentums zu laufen beginnt. Im Notarvertrag wird dies als Übergang von Besitz, Lasten, Nutzen und Gefahren umschrieben. 

Mit Urteil vom 20.01.2010 hat nun das Finanzgericht Münster entschieden, dass – entgegen der alten Rechtsauffassung – auch Aufwendungen für versteckte Mängel in die 15%-Grenze einzubeziehen sind. 

Nur wenn Sie Erweiterungen an Ihrem Objekt planen, wird die 15%-Grenze nicht berührt, da diese Aufwendungen für sich gesehen eigene Herstellungskosten darstellen. 

Aber auch nach Ablauf dieser 3-Jahres-Grenze sind Sie nicht aus dem Schneider. Der Finanzminister geht davon aus, dass auch danach nicht sofort abzugsfähige Erhaltungsaufwendugen entstehen, wenn Sie drei der folgenden vier Gewerke auf einen höhren Standard bringen (z. B. Austausch einer Einfach- gegen eine Doppelverglasung).

  • Heizungsinstallation
  • Sanitärinstallation
  • Elektroinstallation
  • Fenster

Im Zweifel helfen wir Ihnen gerne, einen sicheren Pfad durch diesen Dschungel zu finden. 


Eine gute Zeit wünscht Ihnen 

Ihr Hartmann + Hübner – Team

 

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